Frequently Asked Questions

Fragen & Antworten auf eh alles

Welche Sprachen sprechen wir?
Je nach Uhrzeit sprechen wir mal Deutsch mal Russisch. Beginnt der Tag mit Russisch wird am Nachmittag Deutsch gesprochen und umgekehrt. Ziel dabei ist, an dem jeweiligen Halbtag wirklich nur diese eine Sprache zu verwenden, sodass die Gruppe eine homogene Sprachumgebung bildet! Fehlen dir die Wörter, kannst du versuchen diese zu umschreiben, pantomimisch darzustellen, aufzuzeichnen oder was dir sonst noch einfällt. Dein Partner wird dir auf jeden Fall helfen, das richtige Wort zu finden. Bitte nimm KEIN Wörterbuch mit!

Was heißt eigentlich Tandem?
Tandem ist eine Sprachlehrmethode bei der sich zwei Personen mit unterschiedlichen Muttersprachen im Sprachlernprozess unterstützen. Die Muttersprache des einen ist dabei die Fremdsprache des jeweils anderen.

Wie funktioniert das mit dem Tandem?
Die TeilnehmerInnen der zehntägigen Wanderung sind zehn UkrainerInnen und zehn ÖsterreicherInnen. Jeden Tag werden sogenannte Sprachpaare gebildet, also ein Ukrainer bzw. eine Ukrainerin und ein Österreicher bzw. eine Österreicherin, die einen Tag gemeinsam den Wanderweg bestreiten. Natürlich ist es nicht verboten mit anderen zu sprechen. Diese eine Person ist aber deine Hauptansprechperson an diesem Tag mit der du verschieden Aufgaben lösen musst, an die du dich mit Fragen wenden kannst etc.

In zehn Tagen hast du somit die Möglichkeit alle TeilnehmerInnen der anderen Landesgruppe genauer kennenzulernen.

Welche Lernmethoden werden sonst verwendet?
Die verwendeten Sprachlernmethoden am SprachWanderCamp fördern vor allem Hörverstehen, Aussprache und Sprechkompetenz in der Fremdsprache. Die Kommunikation in der Fremdsprache soll vor allem Freude bereiten und die Angst vor der aktiven Sprachanwendung nehmen.

Da es wenig Sinn macht Grammatikbücher in die Berge zu schleppen, wird vor allem in Form von Spielen gelernt, die auch dafür geeignet sind, sie während dem Gehen zu spielen. Sie helfen den Wortschatz, die Aussprache und einzelne Aspekte der Grammatik zu verbessern. Es gibt auch dramapädagogische Ansätze (wir werden je ein kleines Theaterstück auf Russisch und auf Deutsch aufführen), Diskussionsrunden etc.

Bei SprachWanderCamp geht es aber nicht nur um Sprachenlernen, vielmehr soll ein Austausch zwischen den TeilnehmerInnen und somit auch zwischen den Kulturen stattfinden. Unter Anleitung versuchen wir das in der Gruppe vorhandene Potenzial zu nutzen um voneinander lernen zu können.

Wie viel kostet die Teilnahme?
Die Teilnahme kostet EUR 280,- exkl. Reisekosten.

Warum zahlen TeilnehmerInnen aus Österreich mehr als TeilnehmerInnen aus der Ukraine?
SprachWanderCamp soll ein Projekt sein, das für viele Menschen, vor allem auch Studierende, offen und leistbar ist. Wir sind der Meinung, dass die finanzielle Lage einer Person nicht über die Möglichkeit der Teilnahme entscheiden soll. Aufgrund der unterschiedlichen Lebensumstände und Verdienstmöglichkeiten in Österreich und der Ukraine, derschien es uns angemessen unterschiedlich hohe Teilnahmegebühren festzulegen.

Wie kann ich mich anmelden?
Um dich anzumelden fülle bitte folgendes Formular bis spätestens 8. Mai aus. Da es in den vergangenen Jahren immer mehr Anmeldungen als Plätze gegeben hat, werden wir dich nach dem Auswahlverfahren informieren sobald die Gruppe feststeht (Mitte Mai).
Deine Anmeldung ist mit der Einzahlung des Teilnahmebeitrages von EUR 280,- fix.

Darf da jeder mit?
Das Projekt ist gedacht für TeilnehmerInnen ab 18 Jahren. Als TeilnehmerIn der österreichischen Gruppe musst du nicht unbedingt ÖsterreicherIn sein, du solltest aber Deutsch auf muttersprachlichem Niveau sprechen. Deine Russischkenntnisse sollten etwa auf A2 (oder höher) sein. Dabei geht es nicht um irgendein offizielles Zertifikat, sondern rein um deine Kommunikationsfähigkeit und vor allem um den Willen in der Fremdsprache zu kommunizieren. Das Projekt soll deine Sprachkenntnisse fördern und der ganzen Gruppe Kommunikation und Austausch ermöglichen.

Ich kann Ukrainisch aber nicht Russisch. Kann ich trotzdem mit?
Nein. Die Organisatoren schätzen und lieben die ukrainische Sprache, diese kann aber in diesem Projekt nicht verwendet werden, da es zur Verwirrung der österreichischen Teilnehmer, die Russisch lernen, führen würde. Bei diesem Projekt werden Russisch und Deutsch gelernt und geübt (wie bitten die TeilnehmerInnen auch möglichst schönes Hochdeutsch und nicht österreichischen Dialekt zu sprechen), da es den Lernzwecken und –bedürfnissen der TeilnehmerInnen entspricht. Die ukrainische und österreichische Kultur können im Projekt natürlich uneingeschränkt thematisiert werden.

Ist das nicht viel zu gefährlich? In der Ukraine gibt es doch Krieg?
Kriegerische Auseinandersetzungen gibt es derzeit im äußersten Osten des Landes, in den Regionen Donezk und Lugansk, während die Wanderung in den Karpaten, die sich im äußersten Westen der Ukraine befinden, stattfindet. Die Karpaten sind etwa 1300 km von Donezk entfernt. (Das entspricht etwa der Entfernug Wien-Chisinau oder Wien-Paris). Eine direkte Gefahr besteht deshalb in dieser Region nicht, Folgen des Krieges, wie die Inflation der Währung, bekommt man natürlich auch im Westen des Landes zu spüren.

Gerade in dieser Zeit in der die Medien voll mit Propaganda sind und man sich von außen schwer tut eine Meinung zu bilden, erscheint uns der Austausch mit Bewohnern des betroffenen Landes besonders wichtig.

Wir wollen diesen Konflikt nicht ignorieren, sondern uns bewusst damit auseinandersetzen. Durch dieses Projekt sollen junge Menschen in Österreich den Blickwinkel von jungen Ukrainern kennenlernen und umgekehrt.

Wieso findet in der Ukraine ein Russischtandem statt?
Die ukrainischen Teilnehmer kommen aus Charkiw, einer Stadt im Osten der Ukraine. Dort kann man zwar auch Ukrainisch, der Großteil der Bevölkerung hat aber Russisch als Muttersprache.

Brauche ich ein Visum?
Nein. Österreicher brauchen kein Visum um in die Ukraine einzureisen. Wichtig ist aber, dass du deinen Reisepass mitnimmst! Ein Personalausweis reicht nicht aus um über die Grenze zu kommen.

Wie erfolgt die Anreise?
Die Anreise erfolgt mit dem Zug bzw. Bus. Die Tickets sind nicht im Teilnahmebeitrag inkludiert und müssen selbst gekauft werden. Eine gemeinsame Anreise kann von den TeilnehmerInnen selbst organisiert werden.
Der genaue Treffpunkt für alle Teilnehmenden wird per E-Mail bekannt gegeben, sobald die Gruppe feststeht.

Ist die Wanderung auch für Leute mit wenig Wandererfahrung zu schaffen?

Ja! Die Route wird so geplant, dass sie auch für unerfahrene Wanderer zu bewältigen ist. Vor allem die ersten Tage werden verhältnismäßig anstrengend sein, da die Rucksäcke noch voll sind. Von Tag zu Tag essen wir unsere Last weg und somit wird auch das Gehen leichter. Außerdem gibt es immer ausreichend Pausen.

Wie viele Personen gehen mit?
Insgesamt sind wir 22 Personen. Zehn TeilnehmerInnen aus der Ukraine, zehn TeilnehmerInnen aus Österreich, eine Organisatorin und ein Bergführer.

Ich würde nach der Wanderung gerne noch länger in der Ukraine bleiben. Geht das?
Ja natürlich.

Gibt es am Weg die Möglichkeit zu Hause anzurufen?
Die Netzabdeckung in den Karpaten ist nicht durchgehend. Es kann durchaus vorkommen, dass wir einmal ein Lager in einem „Funkloch“ aufschlagen.

Wie sieht es mit der persönlichen Hygiene aus?
Gut. Sie ist meist sehr schnell erledigt. ;)
Da wir mit den Zelten unterwegs sind, haben wir leider einige Tage keinen Zugang zu einer Dusche. Aber keine Sorge, in den Karpaten gibt es viele Flüsse und Bäche und wir werden jeden Tag zumindest die Möglichkeit haben eine Katzenwäsche zu machen. Wenn es das Wetter erlaubt können wir vielleicht zwischendurch auch im Fluss baden.

Bitte darauf achten, dass wir in der freien Natur sind und unser Dreck direkt im Fluss landet. Also möglichst wenig und natürliche, gut abbaubare Seifen verwenden statt herkömmlichem Shampoo und Duschgel.

Warum kochen wir am Lagerfeuer?
In der Ukraine gibt es keine Berghütten im österreichischen Sinne: auch an bekannten Gipfeln gibt es selten touristische Infrastruktur. Im Unterschied zu Österreich ist es aber überall erlaubt ein Lagerfeuer zu machen.

Was muss ich mitnehmen?
Auf jeden Fall so wenig wie möglich! Hier gibt eine Ausrüstungsliste, die dir helfen soll richtig einzupacken. Beim Einpacken solltest du immer daran denken, dass du deinen Rucksack selbst tragen musst. Neben deinen persönlichen Sachen bekommst du auch noch etwas vom allgemeinen Gewicht ab, da das Gewicht von Lebensmitteln, Zelten, Apotheke etc. auf alle Teilnehmer aufgeteilt wird. Für Frauen bedeutet das etwa 4 kg zusätzlich, für Männer 6 kg. Normalerweise hast du in den ersten Tagen mehr zu tragen, da die Essensvorräte langsam weniger werden.

Werden wir verhungern?
Nein! Wir werden genug essen mitnehmen um uns am Weg versorgen zu können. Morgens und abends wird am Lagerfeuer gekocht. Zum Frühstück gibt es einen warmen Brei, damit wir genug Energie für den Tag haben und zum Abendessen gibt es Suppen, Gemüsereis oder ähnliche einfache Gerichte (am Abend meistens mit Fleisch für Nicht-Vegetarier). Da wir tagsüber meist unterwegs sind, gibt es zu Mittag eine kalte Jause und Nüsse, Schokolade oder Trockenfrüchte als kurze Stärkung zwischendurch.

Wo werden wir schlafen?
Wir schlafen in 4-Personen-Zelten, die vom Projekt zur Verfügung gestellt werden. Je zwei Tandempaare teilen sich ein Zelt. Isomatte und Schlafsack sind selbst mitzubringen!

Wie weit gehen wir täglich?
Zwischen drei und sechs Stunden an einem „Gehtag“. Außerdem gibt es sogenannte Pausentage, an denen die Zelte am Platz bleiben und evtl. eine Wanderung ohne die schweren Rucksäcke zu einer Sehenswürdigkeit/einem Aussichtspunkt, Fluss etc. erfolgt. Je nach Bedarf gibt es ca. alle fünfzig Minuten eine Pause. Das Gehtempo in den Bergen ist ca. 2-3 km pro Stunde.

Wie warm soll mein Schlafsack sein?
In den Karpaten können die Nächte schon manchmal sehr kühl werden. Empfohlen wird eine Komforttemperatur von 0 bis +5.

Wie heißt die Währung in der Ukraine? Soll ich schon in Österreich Geld wechseln?
Die Währung heißt Griwna, der Wechselkurs ist zur Zeit ziemlich instabil wegen der aktuellen politischen Situation.

Während der Wanderung werden wir nicht viel Möglichkeit haben Geld auszugeben. In der Stadt kannst du dann einfach vor Ort am Bankomaten Geld beheben oder in die Wechselstube gehen.

Achtung: Seit 1.1. 2015 gibt es die sogenannte GeoControl für Bankomatkarten. Diese Sicherheitsfunktion muss für die Dauer der Reise deaktiviert werden um in der Ukraine Geld beheben zu können.

Wie schaut es mit der Sicherheit in den Bergen aus?
Wir gehen mit einem Bergführer, der die gesamte Route einige Wochen vor der Wanderung schon einmal abgeht und überprüft. Die Berge sind nicht sehr hoch (wir kommen selten höher als 1500 Meter) und wir gehen keine anspruchsvollen Wege.

Um auf Nummer sicher zu gehen wird unsere Gruppe aber im Bergrettungsverein der Karpaten registriert.

Brauche ich eine Reisekrankenversicherung?
Ja! Falls du nicht ohnehin versichert bist, bitte schließe eine Reisekrankenversicherung für die Dauer des Projekts ab.

Gibt es in den Karpaten Bären?
In den Karpaten gibt es einige Bären und jede Menge Beeren. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass wir die ersteren treffen, da wir auf bekannten Wanderwegen, ausgetretenen und begangenen Pfaden unterwegs sind und nicht durch vollkommen menschenunberührte Wildnis wandern. Sehr wahrscheinlich ist es aber, dass wir Letztere sehr häufig antreffen und zwischendurch naschen können.

Wie ist das Klima in den Karpaten?
Die Karpaten sind den Voralpen ähnlich: sehr grün, mit viel Feuchtigkeit, ausgeprägter Vegetation. Im Sommer kann es am Tag sehr heiß sein, in der Nacht durchaus kalt, es können auch regnerische Tage vorkommen. Also bitte sowohl Sonnenschutz, als auch Mütze und Handschuhe für den gemütlichen Abend am Lagerfeuer mitnehmen sowie ausreichend Regenschutz (für dich und für den Rucksack) (s. unsere Ausrüstungsliste). Ein dünner Schlafsack reicht erfahrungsgemäß nicht aus.